Koh Samui 2019

Tag 1 (26.08.2019):

Vor ziemlich genau einem Jahr hab ich bereits in einem Blog über eine verrückte Urlaubsgestaltung berichtet, die einem mit ein bisschen Wahnsinn und der ein oder anderen Langeweile in der Freizeit einfallen kann. Also genau die Sachen die ich anscheinend ein wenig zu viel hab. 🤷‍♂️
Das Resultat daraus ist Koh Samui, Thailand, wo ich die nächsten zwei Wochen verbringe. Die kommenden zwei Wochen werden wieder in gewohnt ungewöhnlicher Weise gebloggt, mit viel Witz, wenig Seriosität und einer großen Portion „sich selber mal nicht so Ernst nehmen“. 😉
Genauso wie die Person, die ein Teil des Hinflugs neben mir saß und sich mit Vodka so die Birne runtergeschraubt hat, dass sie ihren Sitzplatz nicht mehr gefunden hat. Menschen denen so etwas passiert, haben absolut die Kontrolle über ihr Leben verloren, das würde mir nicht passieren. 😆 (@alle die was anderes gehört oder erlebt haben: Ich erwarte Diskretion! 🤫)
Aber was kann man hier unten verrücktes machen? Einen Fußgängerüberweg benutzen? 🤔 Zu lebensgefährlich! Seine Katalogfrau abholen? 🤔 Dafür bin ich zu jung und zudem hab ich leider keine Sandalen und weißen Tennissocken dabei!
Einfach mal bei nem verrückten Briten ein Trainingscamp besuchen, 10 – 40 Kilometer durch die Hitze Thailands Joggen und sich dabei anschreien lassen was für ein schwächlicher, elendiger Wurm man ist? 🤔 Oh jeah! 🤘
Um auch das jüngere Publikum anzusprechen: #vollsupihier, #dasLebenhältsovieleschöneMomentebereitmanmusssienurfinden, #gibjedemTagdieChancederschönstedeinesLebenszuwerden 🙈
Genug vierzehnjährige Girlies nachgemacht. 😉
Die Wahrheit sieht anders aus, der erste Lauf über die Insel war geprägt von Schweiß, Gestank nach offen-herumliegendem Fleisch, Gestank nach Müll, Gestank nach Verwesung und unbändiger Angst vor dem unkontrollierten und unkontrollierbaren thailändischen Kraftfahrzeugführer. Mit zwei Trainingseinheiten kann man den Tag wohl nicht mit „hart schleifen“, sondern eher mit „Soft-Modus“ titulieren. Morgen stehen mal mindestens drei Schmankerl mit Billy, dem Briten, auf dem Speiseplan. 💪
Um aber zumindest noch einen „typical post“ von heutigen „Influencern“ unterzubringen, gibt’s als Bild des Tages ein Essensbild mit #foodporn versehen! 🤦‍♂️ Apropos Essen: „Influencer“ sind mir sowieso lieber als „Influenza“. 😉

Tag 2 (27.08.2019):

Nach vier Sessions geht zumindest mein Tag dem Ende zu, ich hoffe ihr macht in eurem Resttag nichts, was ich nicht auch machen würde. 😉
Den heutigen Tag kann man gut und gerne mit „Tuesdays for women“ überschreiben! Ich war bislang immer der Ansicht eigentlich sollte „Fridays for future“ nur den Frauen gehören, denn wer später im Durchschnitt nur! 80 Prozent des Gehalts der Männer verdient, kann sich auch 80 Prozent der Bildung leisten und am Freitag mal die Schule ausfallen lassen, aber Thailand ist wohl nicht nur für seine berühmt berüchtigten und unnachahmlichen Ping-Pong-Shows bekannt, sondern auch für „Sportive Girls“! 💪
Yoga und Crossfit wurden, natürlich noch mit richtigen, männlichen Trainern (kleiner Spaß am Rande 😜), von zwei Frauen geleitet. Außerdem war ich bislang der festen Überzeugung, dass Yoga nicht weh tut und keinen Muskelkater verursachen kann. 🤯
Untertags bin ich heute einen Schritt weiter auf die thailändische Küche zugegangen. Gestern war ich noch bei einem „Etablissement“ mit dem Prädikat „war stehts bemüht den hygienischen Ansprüchen gerecht zu werden“, auf gut deutsch: Das Gesundheitsamt würde es schließen. Heute bin ich bei dem Prädikat „das Personal hat auf ganzer Linie versagt eine ausreichend hygienische Atmosphäre zu gewährleisten“. 🍜 Das einzig Aufmunternde daran ist, dass das Resultat erst morgen zum Vorschein kommt. #KribbelnimBauch
Heute gings auch unter Tags noch auf den Lamai View Point, Laufeinheit mal sinnvoll nutzen. 🏃‍♂️
Und alles mit dem folgenden Liedtext im Kopf: 🎵🎶
A steiler Weg da auffa,
jetzt bin I drobn, des is was zählt.
Verschwitzt und schwer am schnaufa,
schau I oba auf de Welt!
I bin herobn, endlich wieder herobn! 😊

Tag 3 (28.08.2019):

Der dritte Tag der etwas anderen Urlaubsgestaltung begann mit Spaß, zumindest für mich. 😎
14 Kilometer Morgenlauf, einmal auf den Berg und wieder runter, stand auf dem Programm! Trainer Billy hatte leider keine Zeit und hat einem anderen, nennen wir ihn „Armer Tropf“, erzählt, er soll mir die 6 Kilometer-Strecke zeigen. Dem aufmerksamen Leser fällt auf, dass da ein gewaltiger Zahlendreher drin ist. Nicht für Billy, der wollte, dass „Armer Tropf“ erst heute Morgen, kurz vor dem Lauf, von seinem Glück erfährt. 🙈
„Armer Tropf“ stand also gut gelaunt am Treffpunkt und wurde bitterlich enttäuscht, als die Nachricht vom großen Los eintrudelte. 📬 Manchmal liegen Freud und Leid so nah beieinander. 🤷‍♂️
Wer im Geschichtsunterricht seine Ohren gespitzt hatte 🦊 und an das Tschernobyl-Unglück 1986 denkt, dem fällt augenscheinlich auf, dass es sich nicht bewährt hat, unangenehme Informationen bis zum bittersten Ende zurückzuhalten. Es ist gleichwohl eine Handlungsstrategie, aber keineswegs eine pareto-optimale. 😉 OK, ok, ich schweife ab. 🥴
Da ich heute untertags wenig Zeit hatte, habe ich mich entschlossen Abends im Schutz der Dunkelheit 🌌 ein authentisches, unkaschiertes Bild zu knipsen. 📸 Auf Google, Facebook, Instagram, Snapchat, etc. werden immer nur die schönsten, tollsten und beeindruckendsten Bilder veröffentlicht, viel wichtiger und ehrlicher ist doch aber die triste, jämmerliche und hässliche Einöde die jedem Menschen immer und immer wieder in erschreckender Weise vor Augen geführt wird. 🧟‍♂️ Und wenn dann aus dem Berg an Müll im Hintergrund noch Essen verkauft wird, dann gibt’s zum Reis Hepatitis A, B oder C obendrauf, wie der Zucker, der bei keinem guten Tequila fehlen darf. 😜

Tag 4 (29.08.2019):

Eigentlich, rein objektiv betrachtet, startete der Tag recht vielversprechend! Kein Morgenlauf, sondern „nur“ Yoga und Dehnen als Warm-up vor dem Frühstück. 🥣🍳
Die Freude meiner Leidensgenossen konnte meine eher etwas zurückhaltende Stimmung nur bedingt aufheitern. Dehnen, oder wie man neudeutsch sagt: Stretching, war mir bislang zwar schon ein Begriff, hat sich aber in der praktischen Ausführung eher darauf beschränkt, dass ich mich vielleicht ein bis zweimal im Jahr über die Toilettenschüssel gebeugt hab, um das Telefonat mit „Jörg“ durchs Keramiktelefon besser führen zu können. 🚽
Spätestens als heute ein Großteil der Sessions im Schneidersitz durchgeführt wurden, konnte ich mein Unvermögen nicht mehr verbergen. 🙈
Das meine Beine schon viel mitmachen mussten, ok. Aber, jedes verdammte Kind kann einen vernünftigen Schneidersitz, JEDES VERDAMMTE KIND! 🤦‍♂️
Mittags bin ich dann zur Frustbewältigung zum „Overlap stone“ gelaufen und hab mir angekuckt, was die Natur so auf dieser kleinen Insel zu Stande bringt. 😉 Und natürlich auch um euch was vernünftiges abliefern zu können. 😆
Sehenswertes Naturgebilde und fantastische Aussicht! 📸
Das Bild entstand durch eine österreichisch-bayerische Koproduktion, der einzigen Touris am Berg. 😊
Morgen steht der erste längere Lauf an, 20 Kilometer, aber um es mit den Worten von Billy zu sagen: „Mate, you know, that will be a 20 k run up to the mountain, it feels like running 32 k in the flat.“ 😱

Tag 5 (30.08.2019):

Plötzlich, unerwartet und einfach viel zu früh hat heute Morgen um 05:15 Uhr der Wecker geklingelt. ⏰ Durch die ersten, mit leicht überhöhter Lautstärke, auf die Fensterscheibe prasselnden Regentropfen begannen meine Ohren zu jucken und die kaum durch den aufziehenden Nebel schimmernden Sonnenstrahlen haben sanft meine Äuglein gekitzelt, wodurch ich aus meinem süßen, prinzessinengleichen Schlaf gerissen wurde. 😅
Mit den gestrigen Worten von Billy im Hinterkopf gings für mich die ersten sechs Kilometer auf einem erkennbar zum Joggen geeigneten Weg zum Treffpunkt von uns zwei „Sweeties“. 😍 Danach wurde es so brutal steil, dass wir quasi 5 Kilometer annähernd gegangen sind, oben angekommen wurden wir mit einer atemberaubenden Sicht aus Nebel und Regen belohnt, dann gings den gleichen rutschigen Weg wieder runter und ich wurde endlich erlöst und durfte die sechs Kilometer gen Heimat joggen. Leg-training und leg-destruction klingt aber auf englisch auch so verdammt gleich, vielleicht hätte ich doch mein Langenscheidt-Englisch-Deutsch-Wörterbuch einpacken sollen. 🤔
Wie schon oben angedeutet, hat’s heute den ganzen Tag geregnet, dabei beginnt die Regenzeit auf Ko Samui eigentlich erst im September. 😤😜 Bei weiterem anhaltenden Regen bleibt nur zu hoffen, dass die Thai’s gute Drainagen verlegt haben, um die einwandfreie Wasserableitung zu gewährleisten. Falls ich etwaige Mängel oder Defizite feststellen sollte, leite ich gerne die entsprechenden Telefonnummern und Kontaktadressen ganz spezieller und hochqualifizierter Drainagenexperten aus meinem Heimatdorf weiter. 😉
Zu guter Letzt hat der heutige Tag mit einem Besuch auf dem Lamai-Market geendet. Ähnlich einem Wochenmarkt bei uns, nur in Thai-Style. Hunde, Müll, Katzen, Kinder, Dreck, offen herumliegende Produkte, wie Fleisch, Obst, Gemüse, Fisch, Meeresfrüchte alles was das Herz, die Augen und vor allem die Nase nicht begehren. 😱
Ich gebe zu, das heutige Bild ist absolut gestellt, dass Lachen und die lockere Körperhaltung wurden von mir aus Höflichkeit dem Fotographen gegenüber aufgesetzt und spiegeln meinen Gefühlszustand in diesem Moment in keinster Weise wieder. Einzig und allein aus Respekt vor der thailändischen Kultur hab ich einmal öfter geschluckt als gewürgt. 🤮

Tag 6 (31.08.2019):

Es ist Samstag, es steht kein Training mit Billy auf dem Programm, ich kann tun und lassen, was ich will, 🤗 zumindest bis 06:07 Uhr. 🙈 Dann kam eine Nachricht und es hieß, ich soll mir um 09:30 Uhr ein Fahrrad schnappen, zum Stadion fahren und einen Regenerationslauf auf der Bahn machen. 🏃‍♂️ Artig und gewissenhaft wie ich bin, hab ich den Anweisungen Folge geleistet und bin losgeradelt! 🚴‍♂️
Fahrradfahren im thailändischen Straßenverkehr ist nur leider genauso wie Mauerbau an Staatsgrenzen, kann man machen, ist aber halt scheiße! 💩
Um einen geschätzten Dozenten von mir zu zitieren: „Wenn dann an dene Audos no an Ohänger dran isch, dann find I des verkehrsrechtlich höchst intressant!“ 🤷‍♂️
Ich fand durchaus interessant, wie oft man gedanklich auf ein helles Licht am Ende des Tunnels zufahren kann, blinzelt und einem dann als nächster Gedanke, „Puh, dass ist gerade nochmal gut gegangen“ in den Kopf schießt. Ich weiß nur noch nicht wie ich Billy erklären soll, dass mein Puls auf der Hin- und Rückfahrt grundsätzlich höher ist als bei der Trainingseinheit. 🤔
Angekommen am Stadion, schweißgebadet angekommen am Stadion, musst ich leider feststellen, dass da gerade alles neu asphaltiert und renoviert wird und ich schlussendlich wieder des Platzes verwiesen wurde, nach einer Runde! 🤦‍♂️ Immerhin hielt meine Beziehung zur Bahn länger als die ein oder andere Ehe von Pamela Anderson. 😅
Bereits gestern wurde ich schon dazu aufgefordert, heute zwischen 13 und 16 Uhr Hotelzimmer und Hotelgelände nicht zu betreten, da in diesem Zeitraum giftige Chemikalien zur Bekämpfung von Moskitos versprüht werden. Ob diese Umweltsünde von Greta und ihren Leidensgenossen akzeptiert werden würde? 🤔 An einem Freitag hätte ich mich zu Demonstrationszwecken an mein Bett gefesselt, wäre ans Festland geschwommen, per pedes nach Hause gelaufen und hätte dabei „Rettet die Moskitos“ gerufen. Thank god it’s saturday! 🙏
Zum Abschluss des Tages habe ich mir heute eine der schönsten Sachen, die es auf der Welt gibt, gegönnt, nämlich Heimat. 😍
Deutsche Fußball-Bundesliga läuft im Fernsehen und der Besitzer telefoniert mit Hasi in Österreich, während er seine Thailänderin auf dem Schoß sitzen hat. Da ist wohl jemand zweigleisig unterwegs 👩‍❤️‍👨👩‍❤️‍👨, oder um es in den Worten der Jugend auszudrücken: #LäuftbeidemBrudi

Tag 7 (01.09.2019):

Heute hatte ich nochmal ein wenig mehr Freizeit, sodass ich mich dazu entschlossen habe einmal quer über die Insel zu spazieren. 🚶‍♂️ Dadurch hab ich natürlich einiges gesehen, aber noch viel mehr gehört. 🙉 Es wird einfach immer und überall gehupt. 😳 Dabei ist nicht hupen = hupen, man kann hupen um:
– Einem Touristen anzuzeigen, dass man ihn mit dem Auto-Taxi mitnimmt
– Einem Touristen anzuzeigen, dass man ihn mit dem Roller-Taxi mitnimmt
– Einem Touristen anzuzeigen, dass man ihn auf eine Inselrundfahrt mitnimmt
– Einem Touristen anzuzeigen, dass man ihm etwas verkaufen möchte
– Einfach um sämtliche Menschen zu warnen
– Einfach um andere Menschen zu grüßen 😱
Meine persönliche Hup-Statistik heute:
– 5x wurde ich gewarnt 👍
– 0x wurde ich gegrüßt 😢
– 7x wollte mir jemand etwas verkaufen 🍜
– 456x wollte mich jemand mitnehmen 😜
Dabei erkennt man mich doch selbst aus hundert Einheimischen nicht als Tourist? 😉
Diese Statistik beruht natürlich nicht auf repräsentativen Zahlen, wer braucht denn in der heutigen Zeit schon Zahlen, Fakten oder Quellen? 🤔
Wenn die AfD sagt Ausländer sind krimineller als Deutsche, dann stimmt das ja auch. 😉
Wobei ich bislang mit Thailändern, Australiern, Briten, Franzosen, Südafrikanern und Indern zu tun hatte, aber nicht ein einziger mir gegenüber auch nur ansatzweise verbrecherisches oder anderes asoziales Verhalten an den Tag gelegt hat. Im Gegenteil, jeder hat mir bislang versucht, bei meinen Problemen weiterzuhelfen. 👍
Vielleicht bin ich ja bislang nur auf Menschen getroffen, die sich trotz ihres schlechten ausländischen Gens beherrscht haben, oder die einen Gendefekt haben, sodass das ausländische Verbrechersyndrom nicht ausbricht. 🤔
Naja bei der AfD ist man sich ja grundsätzlich unsicher, ob das jetzt die Partei ist, die gegen Ausländer hetzt, oder doch gegen Behinderte??? 🙄
Ich wurde heute von einem einarmigen Thailänder bedient, ich war mir in diesem Moment ziemlich unsicher, ob ich ihm jetzt wegen seiner Behinderung oder wegen seiner Nationalität keines Blickes würdigen sollte. Ich glaube ihm ist meine Unsicherheit aufgefallen und er hat es als Schwäche meinerseits ausgelegt. Liebe AfD, wie kann ein deutscher Junge so schwächlich sein, ich fühle mich schuldig. 😔 Vielleicht könnten sie eine Handlungsanleitung zu diesem Thema herausgeben, beispielsweise mit dem Namen: Abscheuliche fremden- und behindertenfeindliche Denkanstöße (AfD)!
Außerdem bin ich heute endlich einem Rat gefolgt und habe „Mango Sticky Rice“ probiert, absolut vorzüglich und sicher nicht das letzte Mal. 😍😍
Heute Abend ist hier Lamai Sunday Market, viele Stände, viel Essen und noch mehr Plagiate. 🙈
Der chinesische Fotograph hat beim heutigen Foto trotz Licht und Profil versucht alles herauszuholen! 💪
#Coconutlover

Tag 8 (02.09.2019):

Begonnen hat der Tag mit einer Enttäuschung! Einer Enttäuschung darüber, dass anscheinend 23,5 bzw. 27,5 Prozent in Brandenburg bzw. Sachsen so wenig in ihrem Leben erreicht haben, dass ihre einzige Freude darin besteht, verzweifelt Menschen zu suchen, die, aus welchen Gründen auch immer, sozial noch weiter unten stehen. Das wäre ja genauso, wie wenn der Letzte eines Marathonlaufs den Vorletzten verprügeln würde, nur damit dieser sicher hinter ihm landet. Im Sport unvorstellbar, im wahren Leben anscheinend nicht. 😔
Sportlich hingegen gab’s heute absolut keine Enttäuschung, das „Lazy Weekend“ ist passé, heute Morgen wurde wieder in die Laufschuhe geschlüpft und Kilometer geschrubbt. 😉😜
Morgen geht’s eine Runde cyceln über die Insel, ich mit einem alten, geborgten Mountainbike, Billy mit seinem Rennrad. Nur ein echter Sadist kann sich dieses unfaire Kräfteverhältnis ausdenken. 🙈😂
Das man immer ein bisschen klüger ins Bett geht, als man aufsteht, musste ich heute schmerzlich erfahren. Wenn einem in Thailand zum Essen ein Schälchen mit Soße gereicht wird, dann ist das ein Angebot um das Gericht zu verfeinern, als Europäer ist es jedoch eine ziemlich dumme Entscheidung es ungetestet komplett ins Essen zu mixen. Schweißgebadet und mit Tränen in den Augen wird man auf einmal zum Mittelpunkt des Restaurants. 🙄🥵
Dabei sollte bei meinem Zoobesuch, wie auch bei den Bildern nur eines im Mittelpunkt stehen, nämlich Tiere! 🐅
#diesindsooooooflauschig 😍😍

Tag 9 (03.09.2019):

Der Weg ist das Ziel, doch was wenn ich den falschen Weg gewählt habe? 😳
Aber alles der Reihe nach. 😉
Heute Morgen ging es Tritt um Tritt quer über die Insel. Billy voraus, ich im Windschatten hinterher, doch wie zum Teufel soll ich im Windschatten fahren, wenn ich einfach zu langsam bin? 😤 Ich schwitze einfach nur vor mich hin, spreche kaum ein Wort, um meine Kräfte zu sparen, und versuche einfach nur den Anschluss zu halten. Ich bin genervt, würde jetzt lieber im Bett liegen, aber gerade als ich meinen Unmut äußern will, machen wir eine Trinkpause. 🥤 Ich setze mich wieder auf mein Fahrrad und wir fahren weiter. 🚴‍♂️ Den nächsten Hügel ⛰️ schon vor Augen, innerlich koche ich vor gottverdammter Unlust. Ich quäle mich im kleinsten Gang den Hügel hoch und bin mir sicher, dass jetzt die Zeit gekommen ist, um vom Fahrrad abzusteigen und einfach mit dem nächsten Taxi nach Hause zu fahren. 😤
Auf dem Hügel, mein Mund schon halb geöffnet, kommt von Billy nur ein herzhaftes Lachen und ein: „Du siehst, nur ein lockeres Spinning!“ 😲 Ich schließe den Mund wieder, setze mich wortlos auf mein Fahrrad und folge Billy mit einem Schmunzeln auf den Lippen bis zum Ende der Session. 🙈
Mit Psychopathen sachlich zu diskutieren funktioniert einfach nirgends auf der Welt. 🤦‍♂️😂
Danach hab ich nach einer Beschäftigung gesucht, um mir Mittags ein wenig die Freizeit zu vertreiben und las von Buddhas Fußabdruck ganz in der Nähe. Skepsis machte sich in mir breit: „Fußabdruck von Buddha, aha???“ „Warum hat Jesus keine Fußabdrücke der Nachwelt hinterlassen?“ 🤔 Fragen über Fragen, die diesen Ort für mich ein wenig anziehender machten. Das muss was besonderes sein! Da muss ich hin! Alles andere kann jetzt warten! Rauf auf den Sattel und ab zu diesem wahren Sightseeing-Highlight auf Koh Samui. 😉 Einmal die Straße hoch und wieder runter. Nicht gefunden. 😒 Mein Herz schlug schneller, mir wurde klar, dass dies keine touristisch ausgebaute Sehenswürdigkeit ist. Mein Verlangen nach dieser versteckten Hinterlassenschaft an die Nachwelt wurde immer größer. Meine Atmung wurde schneller. Ich fragte im naheliegenden Tempel nach dem Weg. Ein Mann riet mir der Hauptstraße zu folgen und dann einfach links abzubiegen, gesagt getan, doch: „Hier geht es nirgends links?“ 🤔 Wieder zurück zum Tempel. Noch einmal fragen. „Wo zum Teufel ist dieses Heiligtum, die Mutter aller Sehenswürdigkeiten?“ So oder so ähnlich war der Wortlaut meiner erneuten Fragerei. (Anmerkung des Autors: Wer bereits bis zu diesem Punkt beim Lesen gekommen ist, Respekt! 🎩) Mir wurde nun ein anderer Weg beschrieben. Dieser Weg war aber nurnoch zu Fuß begehbar. „Wohin mit dem Fahrrad? Egal, wird schon nicht geklaut werden!“, dachte ich mir und rannte wie von Sinnen los. Ein Fußabdruck vom echten, allmächtigen Buddha. Ich sah das kleine Häuschen unter dem er geschützt liegt schon vor meinen Augen, noch 10 Stufen, noch 5, nurnoch 1, einen Schritt noch und ich bin da! Ein drei auf zwei Meter großer, in Stein eingemeißelter Fußabdruck. Das muss er sein. 😊
Erste Zweifel, aufgrund der Größe, rechtfertigte ich innerlich mit: „Vielleicht waren Menschen früher ja größer. Vielleicht litt Buddha an der hundsgemeinen „Pes Maximus“, oder vielleicht musste er an diesem Tag lange sitzen und hatte deswegen angeschwollene Füße.“ 😉
Die Erinnerung an diese Sehenswürdigkeit werde ich wohl noch ein Leben lang in mir tragen. 😍
Um den Kreis zum Anfang des Blogs zu schließen: Falscher Weg. 🙈🤦‍♂️
Eine weitere Sehenswürdigkeit, die auf dem Weg lag, war ein Wasserfall. Als ich dann die obligatorischen Fotos am Wasserfall geschossen hatte 📸, befand ich es für eine kluge Idee, dem Wasserfall bzw. dessen Flusslauf außerhalb des eigentlich ausgeschilderten Wanderweges nach unten zu folgen. Dem war natürlich nicht so, es kam wie es kommen musste, ich bin weggerutscht und hatte ein Rutschenerlebnis der anderen Art. Ohne Badehose und mit abschließendem Sprung. 🤦‍♂️ Rücken und Kopf blieben unverletzt, Schürfwunden und Prellungen konnten leider nicht verhindert werden. Dank an die nette, ebenfalls aus Deutschland kommende, Familie für die Rettung aus meiner misslichen Lage! 🙏
Ich bin trotzdem zuversichtlich, dass noch die ein oder andere Trainingseinheit abgearbeitet wird und ich noch die ein oder andere Geschichte erzählen kann. 😉
Das heutige Bild kann nur der einzig wahre Fußabdruck sein! 😜

Tag 10 (04.09.2019):

Es ist bald geschafft, nicht nur für euch, sondern auch für mich. 🤗
Und da es dem Ende zu geht, hab ich mich heute entschieden schon um 05:15 Uhr aufzustehen, 🌅 denn bekanntlich hat Morgenstund ja Gold im Mund! 🥇 OK, ok alles Käse, es war dunkel draußen und kein einziger Hahn im Umkreis hat gekräht, aber um 06:15 Uhr war nunmal antreten. 🥴 25 Kilometer, waren zumindest der Plan, alles zu Fuß und alles auch noch so schnell wie möglich. 🏃‍♂️ Da kommt Freude auf! 😜
Immerhin auf einen konnte ich mich verlassen, nämlich Adam, mein heutiger Trainingspartner und Leidensgenosse, der hatte einfach gute Laune! 😊 Er hat ja auch die heutige Strecke ausgesucht. 😉
Losgelaufen, angefangen zu schwitzen, bisschen geplaudert und noch 20 Kilometer to go. 😳
Beine fühlen sich gut an, Atmung ruhig, Puls im grünen Bereich, Trinkpause und noch 15 Kilometer to go. 🙄
Beine fühlen sich immer noch gut an, wieder ein Hügel, „Adam, ich hasse dich“, schießt es mir durch den Kopf, Atmung immer noch ruhig, aber mein verdammter Schädel glüht in dieser gottverdammten Hitze 🥵 und noch 10 Kilometer to go. 😒
Beine und Atmung fühlen sich immer noch gut an, aber mein ganzer Körper glüht, Trinkvorräte sind aufgebraucht, innerlich beginne ich wie ein kleines Mädchen zu weinen 👧 und immernoch 5 Kilometer to go. 😰
Adam versucht mich zu motivieren: „Nurnoch 2 Kilometer!“, aber warte mal, hier war ich doch letzte Woche schonmal, und es waren noch 6 Kilometer nach Hause 🤔, mein Körper schwitzt weiter nicht vorhandenes Wasser aus, meine Dialogfreudigkeit ist verschwunden und die einzige Freude die ich jetzt noch empfinden würde, wäre Wasser, einfach kühles Wasser 💧 und immernoch 6 Kilometer to go. 🤦‍♂️
Adam versucht mich den letzten Hügel förmlich hochzuprügeln, aber bei mehr als 24 Kilometer auf der Uhr und immer noch mindestens 3 Kilometer to go seh ich einfach nurnoch schwarz und beende mein persönliches Elend. #upsi #Glaubnichtandichdennichtuesauchnicht 🙈😆
Kleiner Reminder an mich: Mein Körper schwitzt zu viel und es ist hier einfach zu heiß für europäisches Weißbrot. 🙄
Damit hat sich mein Nachmittag auf Pool und Schlafen beschränkt und dem diesesmal etwas unangenehmeren abendlichen Training mit Billy. 😅
Trotzalledem hab ich bei den paar Metern, die ich heute mit Foto bewaffnet draußen unterwegs war, eines an jeder Ecke getroffen, nämlich Hunde. 🐕 Die gibt es auf der Insel gefühlt mehr als Einwohner. Das einzige was es noch mehr gibt, sind die Läuse auf den Hunden. 😉

Tag 11 (05.09.2019):

Eigentlich ist alles geschafft und doch liegt noch eine letzte Prüfung vor dem jungen Padawan. 😅
Aufgestanden, ein wenig Sport gemacht, bisschen am Pool gelegen und verzweifelt versucht einzukaufen. 🙈
Wie oben geschrieben, steht morgen noch eine letzte Prüfung für mich an, 15 Kilometer zur Küste und 15 Kilometer zurück. Billy begleitet mich mit dem Fahrrad, der faule Sack. 😜Damit ich das morgen in der üblichen, thailändischen Hitze alles hinbekomme, bzw. mein kleiner, zart besaiteter Körper das alles hinbekommt 😉, muss ich morgen vor dem Laufen unbedingt Frühstücken und währenddessen Elektrolyte in Form von Pulver und Gel zu mir nehmen. Frühstück vor 8 gibt’s hier leider nicht, also ab zum Supermarkt und mit findiger Spürnase nach essbarem suchen. 😎 Bei Frühstück jetzt kein größeres Problem, nach Bildchen auf den Verpackungen oder einfach nach Gefühl lässt sich da schon das ein oder andere finden. Aber erklärt ihr mal in gebrochenem Englisch, einem Thailänder, der wiederum seeeeehr gebrochen Englisch spricht, dass ihr Elektrolyte braucht. 🤦‍♂️ Die ersten Blicke die ich geerntet hab gingen eher in die Richtung: „Ach du scheiße, die Touris wieder, hör doch auf uns zu verarschen!“ 😂 Nachdem dann ein fünfköpfiger, thailändischer Expertenrat zusammentraf, hab ich nun zumindest wasserlösliches Pulver, das vielleicht irgendetwas mit dem zu tun hat, was ich gesucht hab. Meine Thailändisch-Kenntnisse aus der Grundschule sind nun leider auch schon wieder etwas eingerostet, weshalb die Verpackung für mich mehr Verwirrung als Erkenntnis bringt. 🤷‍♂️
Den Thai’s sei es aber gegönnt, dass sie heute mal über den verwirrten Touri mit den komischen Einkaufswünschen lachen konnten. Ich darf hier eigentlich jeden Tag über die ein oder andere Panne lachen, die zu jedem Thailand-Urlaub genauso wie das kreischende „Massagi, Massagi“ dazugehört! 😉 Übelsetzungen, oder herunterhängende, hochgradig verstörende Hochspannungsleitungen, jeder hat die Bilder vor Augen. 😳😆
Doch im unten stehenden Bild stellt sich wohl eher die Frage: „Wer hat die Kokosnuss, wer hat die Kokosnuss, wer hat die Kokosnuss geklaut??? 🎵🎶🤔

Tag 12 (06.09.2019):

Es ist vollbracht! 🤗🤗
Aber zuallererst Hochachtung 🙏 und Hut ab 🎩 vor euch da draußen, dass ihr auch dieses Mal wieder dabei wart, bei dem ungewöhnlichen Blog einer ungewöhnlichen Urlaubsreise. 😉 Wenn der Blog auch nur ab und zu mal einen kleinen Schmunzler, war er auch noch so klein, hervorgerufen hat, dann hat er seinen Sinn voll und ganz erfüllt. 👌
Ein letztes Mal noch diesen Hügel hoch, ein aller letztes Mal! 🥵 Bis an den Punkt, an dem dein Körper Amok läuft, und du wartest, wartest vergeblich auf diesen einen Moment, diesen gottverdammten Moment, wenn dein Körper dir endlich das gibt was du brauchst, Endorphine! Wenn du am Ziel angekommen bist und das Gefühl von Glückseligkeit erlebst! 😊 Das kann man auch deutlich einfacher haben, aber wer sagt, dass es im Leben immer einfach sein muss? 🤷‍♂️
Die letzten 11 Tage standen immer Sehenswürdigkeiten, wunderbare Aussichten oder ich selbst im Mittelpunkt, aber heute zum Abschluss soll etwas anderes im Vordergrund stehen, etwas ganz besonderes, etwas, das so viele Facetten hat und absolut einzigartig ist. Etwas, von denen es überall auf der Welt so Wunderbare gibt, in die es sich lohnt zu vertrauen. Nämlich Menschen.