Weihnachtsaktion 2024

Vorbemerkung (30.11.2024):

Ho ho ho! Von draußen, vom Walde komm ich her und ich muss euch sagen, es weihnachtet sehr! Diese Zeile aus dem Gedicht „Knecht Ruprecht“ von Theodor Storm kennt wohl fast ein jeder. Egal, ob er sie selbst als Kind hat aufsagen müssen, ob sie nun von den eigenen Kindern fleißig zu Beginn der Weihnachtszeit aufgesagt wird oder ob sie im Radio oder sonst wo oft und öfter zitiert wird. Bei Erwachsenen sorgt sie vielleicht eher für ein müdes oder genervtes Lächeln, bei Kindern wohl eher für ein freudiges Lächeln, denn die Passage leitet doch so oft den lang ersehnten Nikolaus-Besuch ein. Aber egal ob jung oder alt, sie sorgt für ein Lachen! 🙂 Und genau hierbei sind wir auch beim Thema der diesjährigen Weihnachtsaktion: Lachen! 😀

Wenn’s ums Thema Lachen geht, haben wir wohl alle die typischen Sinnsprüche im Kopf: „Lächle, denn dann lächelt die Welt zurück“ oder „Beginne jeden Tag mit einem Lachen„. Und spätestens dann möchte man doch schon wieder abschalten, denn diese Sprüche kommen meistens ums Eck, wenn einem so gar nicht zum Lachen ist. Wenn der Morgen mal nicht so rund läuft, beruflich oder privat schwere Zeiten aufkommen oder eine Hiobsbotschaft auf einen wartet. Und dann soll ich auch noch lachen, das ist ja ne schöne Sch****. Aber um all die Zweifler, Kritiker, Pessimisten, Weltuntergangs-Heraufbeschwörer und sonstigen Griesgrämer einzufangen, nachfolgend ein paar Fakten.

  • Humor wirkt physiologisch, denn er stimuliert und kräftigt den menschlichen Organismus.
  • Humor tut emotional gut, weil er verdrängte Affekte freisetzen und Hemmungen lösen kann.
  • Humor wirkt kognitiv und regt die Fantasie an und steigert kreatives Potential.
  • Humor wirkt ansteckend. Er regt weitere Interaktion an.

Und genau deswegen ist die diesjährige Weihnachtsaktion dem Verein KlinikClowns Bayern e.V.  (https://www.klinikclowns.de/) gewidmet. Diese sind in Krankenhäusern, Pflege- und Therapieeinrichtungen unterwegs und verbreiten Freude und gute Laune bei Kindern, Erwachsenen und Senioren. Viele dieser Klienten haben aufgrund eines Schicksalsschlags oder anderer täglicher Herausforderungen wahrlich gute Gründe für Zweifel und Griesgram, aber gerade hier sind die Klinik-Clowns eine willkommene Abwechslung. Ich würde mich riesig freuen, wenn ihr einen kleinen Betrag für die Arbeit der Klinik-Clowns und damit für die Freude der Patienten spendet (https://www.klinikclowns.de/spenden). Und noch viel riesiger würde sich der Verein KlinikClowns Bayern e.V. freuen. 😉 Vorab schonmal von ganzem Herzen: DANKE!

Für euch kommt aber jetzt das Allerbeste. Denn ihr könnt auch dieses Jahr wieder etwas gewinnen! :O Auch dieses Jahr wird es wieder jeden Adventssonntag ein Weihnachtsrätsel geben. Dieses Jahr werden vier Orte (Städte, Dörfer) gesucht. Wer mir diese jeweils als erstes nennt, kann sich dieses Jahr zum Heiligabend ein Weihnachtsgeschenk errätseln. Die Ungeduldigen und Aufgeregten unter euch können sich als kleinen Anhalt nochmal die letztjährige Weihnachtsaktion zu Gemüte führen (https://glaubandichdennichtuesauch.de/weihnachtsaktion-2023/).
 

1. Advent (01.12.2024):

Liebe Kinder, liebe Erwachsenen,

heute hab ich mir quasi meine Ursprünge angeschaut. Nein, nein ich war natürlich nicht bis am Nordpol, sondern doch ein bisschen südlicher unterwegs. Ich hab mir auf jeden Fall angeschaut, was es so alles für Bräuche um mich und diese besinnliche und fast schon mythisch anmutende Zeit gibt. Da musst ich auf jeden Fall herzlich lachen! Schön anzuschauen waren auch die ganzen leuchtenden Augen, wenn sie die glitzernden Kugeln, den hölzernen Baumschmuck oder die Krippenfiguren gesehen haben. Funkelnde Augen und ein freundliches Grinsen müssen für die Glasbläser und Holzschnitzer eine ähnliche Freude darstellen, wie das herzhafte Lachen von schwer kranken Menschen, die ihre Sorgen für einen Moment vergessen. Ganz unabhängig von materiellen Dingen reicht oftmals eine lustige Mimik oder eine kleine pantomimische Geste um ein fröhliches Gefühl auszulösen. Klingt so einfach und ist im Rahmen der Umstände doch so schwer, deshalb gibt es hierfür ausgebildete Profis, die viel mehr drauf haben, als ein bisschen Geblödel. 

-> https://www.klinikclowns.de/

Nachdem ich mich ein bisschen über meine Bräuche und Traditionen informiert hab, war’s Zeit für Essen! Ich muss schließlich an Heiligabend in meinen großen roten Mantel passen. Was würden denn die ganzen Kinder sagen, wenn sie an Weihnachten keinen stattlichen Mann zu Gesicht bekommen. 😉 Ich war auf einem dieser neumodischen Erfindungen namens „Weihnachtsmarkt“. Meine Leibspeise, Kekse mit Cola, hab ich leider nicht bekommen, aber dafür gab’s lange Würste, die fast genauso leuchtend rot waren wie mein Outfit. Das erzeugt wahrlich ein freudiges Lachen in meinem Magen. 🙂

Nachmittags wurde es dann ein wenig schauriger. Ich hätte auch nicht gedacht, dass einen alten, weisen Mann wie mich noch so schnell was aus seinen schwarzen Stiefeln haut, doch diese Folterinstrumente live und in voller Größe zu sehen, hat doch auch mich ein wenig erschreckt. Da ist mir das Lachen doch fast im Halse stecken geblieben. :O Man kann quasi sagen, dass diese rote Feuerwurst am Mittag meine Henkersmahlzeit war. Am Ende war ich dann doch froh, dass es sich bei den ganzen Exponaten nur um Ausstellungsstücke gehandelt hat. Also eher eine Fortbildungsstätte zur Darstellung von vergangenen Zeiten für Jung und Alt. 😉

Als wären diese Schauergeschichten vom Nachmittag noch nicht genug gewesen, musste ich am Abend dann noch erfahren, dass ich hier in dieser Stadt gar nicht der prominenteste Gast war, sondern angeblich schon für ein paar Monate ein echter Papst gelebt hat. Fast schon lächerlich, dass ich hier einfach so auf den zweiten Platz verwiesen werde. Wenigstens hat die Stadt doch noch was von mir übernommen, denn farblich sind wir beiden voll auf einer Wellenlänge. 😉

Wo hab ich mich denn heute nur wieder rumgetrieben?

Die allerliebsten Grüße zum ersten Advent von eurem W.

2. Advent (08.12.2024):

Liebe Kinder, liebe Erwachsenen,

heute war ich in Stuttgart auf dem Weihnachts…. ach verdammt jetzt hab ich mich verraten. :/ Ok ok nehmen wir einfach mal an, dass der Bruder vom Schwippschwager meiner Tante heute in Stuttgart unterwegs war. 😛

Aber auch ich war am zweiten Adventswochenende mal wieder fleißig unterwegs. Bei jung und alt ist ja allseits bekannt, dass ich vom Nordpol komm. Eine wunderbare Insel der Glückseligkeit. Milch und Honig fließt in Bächen, aus Felsen quillt der Wein. Die Schokosoße ziert sämtliche Flächen, hier darf einfach jeder fröhlich und glücklich sein. Die Straßen sind gebaut aus Zuckertorten, Bonbons und aus süßen Sachen. Da möchte doch wohl jeder lachen. 😉

Auf so einer Insel der Glückseligkeit war ich dieses Wochenende auch unterwegs. Wobei es irgendwie auch keine normale Insel war, denn diese liegt weder im Meer noch in einem See. :O Heißt das, dass die ganze „Insel“ keinen Tropfen Wasser sieht?!? Doch doch, denn erstens spielt bei dieser „Insel“ der guten Laune ein Fluss eine wichtige Rolle und zweitens ist sie auch nicht überdacht, sodass ich den Regen in seiner vollen Pracht und Feuchtigkeit genießen konnte. Mein roter Mantel und mein weißer Rauschebart haben sich komplett voll mit Wasser gesaugt. Da hatte ich wahrlich nichts mehr zum lachen! 🙁

Diese „Insel“ ist echt verrückt, man kann sie zu Fuß, per Auto, per Bus, sogar mit dem Schiff und zum Glück auch mit dem Schlitten erreichen. Sie kostet keinen Eintritt und sie hat gefühlt alles doppelt. Ob ich getrunken hab? Ja das würde euch wieder zum Lachen bringen… Der alte zittrige Mann, sitzt benebelt auf seinem Schlitten und fährt in Schlangenlinien in die Nacht. 😉 Nein ich hab das nicht doppelt gesehen, sondern es ist wirklich vieles doppelt vorhanden. Und ja ich hab mir tatsächlich einen wärmenden Glühpunsch bzw. ein wärmendes Glühbier (oder wie nennen die das hier nochmal?!?) gegönnt. Aber das alles erst nachdem ich meinen Schlitten ordnungsgemäß eingeparkt hab. Ich möchte ja nicht noch von so einem Hallodri, der meint er müsse in jeder Gemeinde Deutschlands eine Anzeige einreichen, einen Strafzettel bekommen. Was soll ich eigentlich solchen Leuten zu Weihnachten schenken? Einen Helm, dass sie nicht noch öfter auf den Kopf fallen? 😉 Ich hoffe meine Weihnachtswichtel haben da einen guten Plan für mich parat. 🙂

Ihr merkt, ich bin auch nicht mehr der Jüngste, denn ich schweife mal wieder ab. Excusez-moi wie der Schwabe sagt. Und bei Schwaben sind wir eigentlich schon beim richtigen Stichwort. 😉 Wobei Schwaben mögen die „Inselbewohner“ eigentlich gar nicht so gern, das verwundert ein wenig, denn sie gehören ja doch alle zum Bundesland Baden-Württemberg. Je länger ich drüber nachdenke, desto verwirrender werden diese Inselspielchen. Wenn ich euch jetzt noch erzähl, dass Österreich in dieser Geschichte auch noch seine Finger im Spiel hatte, dann erklärt ihr mich wahrscheinlich für verrückt. 😀 Wird also allerhöchste Zeit, dass ich mich mit einem breiten Lachen auf den Schlitten schwing und als nächsten Stop eine richtige Insel ansteuer. 😉

Bei all dem oben beschriebenen rätselhaften Durcheinander ist und bleibt das nur ein Rätsel. Anders als bei Kindern die tagtäglich in den vielen Kinderkliniken behandelt werden müssen. Da bekommt das Durcheinander schon eher einen realen Touch. Zum Glück gibt es hierfür die Klinik-Clowns, die Woche für Woche ein Lachen in die Gesichter der kleinen Patienten zaubern. Sie gehen von Bett zu Bett, scherzen mit den kranken Kindern und bringen Spaß und Ablenkung von den Belastungen des Krankenhausaufenthalts. Im Rahmen ihrer „Clownsvisite“ nehmen sie die täglichen Arztvisiten in humorvoller Art und Weise aufs Korn. So werden die Kinder auf eine bunte Reise mitgenommen, auf welcher der Vorstellungskraft und der Fantasie keine Grenzen gesetzt sind. So können sie Schmerzen, Angst und Heimweh leichter vergessen. Und ab und an huscht auch den Angehörigen, Ärzten und dem Pflegepersonal ein dankbares Lächeln über das Gesicht. 🙂

-> https://www.klinikclowns.de/

Wo hab ich mich denn heute nur wieder rumgetrieben?

Die allerliebsten Grüße zum zweiten Advent von eurem W.

3. Advent (15.12.2024):

Liebe Kinder, liebe Erwachsenen,

heute ist schon wieder der 15. Dezember und der dritte Advent. :O Ohje ohje, wer glaubt, dass ich nur an einem Tag im Jahr was zu tun hab, der irrt sich gewaltig. Klar ist an Heiligabend zweifelsohne am meisten zu tun. In der Nacht auf den 25. Dezember muss ich ja schließlich die Geschenke für mehr als 8 Milliarden Menschen weltweit verteilen. Es soll ja schließlich morgens kein Kind aufwachen, ohne dass ein einziges Geschenk unter dem Weihnachtsbaum liegt. Was wäre ein Weihnachtsmorgen nur ohne ein Kinderlachen? 😉 So wünsch ich mir das zumindest jedes Jahr. Und was soll ich sagen, es hat bislang noch nie funktioniert. Nein, nein, nicht weil ich es nicht schaffe in der Nacht vom 24. auf den 25. innerhalb von einer Sekunde überall auf der Welt zu sein um die Geschenke zu verteilen. Das wäre ja gelacht. 😀 Meine Weihnachtswichtel bereiten mir schließlich alles sehr sorgfältig vor und Rudolph mit seiner leuchtend roten Nase geleitet mich souverän und gekonnt durch die dunkle Nacht. 🙂 Nein meine lieben Freundinnen und Freunde ich kann ohne schlechtes Gewissen behaupten, dass es nicht an mir liegt. Wobei ich alles dafür geben würde, dass es an mir liegt und nicht an Krieg, Gewalt und Armut. 🙁 Ich bin natürlich nicht naiv und weiß genau, dass viele Menschen auf der Welt aufgrund ihrer kulturellen Traditionen, religiösen Überzeugungen oder Einstellungen gar nicht an mich glauben. Und das ist auch gut so. 🙂 Was wäre das denn für eine Welt, in der nur eine Kultur, Religion, oder Tradition vorherrschen würde? Eine kalte, triste, langweilige und lachfreie Welt.

Nachdem etwa 2,5 Milliarden Christen auf der Welt leben und sich der Weihnachtsbrauch teilweise schon über das Christentum hinaus verbreitet hat, müsste ich eigentlich viel mehr Geschenke ausliefern, als ich es aktuell tue. 😉 Aber wie soll ich beispielsweise aktuell die über 30 Millionen Ukrainerinnen und Ukrainer zu ihrem orthodoxen Weihnachtsfest beschenken, wenn im Nachthimmel mehr russische Raketen und Drohnen als Sterne zu sehen sind? Oder welche materiellen Geschenke soll ich verfolgten Christen in Somalia, Saudi-Arabien oder Afghanistan mitbringen? 🙁 Dagegen sind die Wunschzettel von Kindern der westlichen Welt teilweise länger als so manche Bibelabschriften. 😉 Irgendwie schon verrückt, heutzutage verbreiten sich Nachrichten in Sekundenschnelle, eine Reise mit dem Flugzeug ist innerhalb von 1 – 2 Tagen an nahezu jeden Ort der Welt möglich, aber Haben und Nicht-Haben ist weiter entfernt als die Sonne von der Erde. 🙁

Dieser drastische Unterschied zwischen Freud und Leid hat sich mir auch bei meiner heutigen Reise offenbart. In Shakespeare’s Worten: „Lachen oder nicht Lachen, dass ist hier die Frage.“ Wobei von einer Reise kann man fast gar nicht sprechen, denn am dritten Advent stand der kürzeste Trip auf der Agenda. Ich kann und will meine Rentiere schließlich nicht schon in der Vorweihnachtszeit verausgaben. Oder um es mit einem leicht abgedrifteten deutschen „Elite“-Denker zu sagen: „Dieser Weg wird kein leichter sein. Dieser Weg wird steinig und schwer.“ 😉

Die heutige Stadt spielte schon im fünfzig äh dreißigjährigen Krieg eine Rolle, denn hier wurden die französisch-schwedischen Truppen in die Flucht geschlagen. Da es im dreißigjährigen Krieg wahrlich wenig zu Lachen gab, ist dieser Fakt wohl eher in der Rubrik Leid/Elend zu verbuchen. 🙁 Im 16. Jahrhundert wurde ein prunkvolles Wittelsbacher-Schloss gebaut, welches seit dem 19. Jahrhundert im jetzigen Zustand noch immer zu bewundern ist. Von hier oben hatte ich einen wunderbaren Ausblick über die ganze Stadt, fast so atemberaubend wie aus meinem großen Schlitten. 😉 Über eines kann der wunderschöne Ausblick jedoch nicht hinweg täuschen: Belege aus der dunkelsten Zeit unserer deutschen Geschichte. Nachdem widerwärtige und menschenverachtende Deportationspläne bei manchen Strömungen, Parteien und Personen wieder en vogue zu sein scheinen, kann man nur hoffen, dass Örtlichkeiten der Gestalt für immer ein Mahnmal der Geschichte bleiben!

Die Klinik-Clowns versuchen nicht nur Kindern ein Lächeln auf die Lippen zu zaubern, sondern auch schwerstbehinderten Menschen. Hierbei zielt die „Clownstherapie“ darauf, Personen, deren Erlebnisfähigkeit durch ihre Behinderung eingeschränkt ist, Lebensfreude zu vermitteln. Die Klinik-Clowns geben den behinderten Menschen die Möglichkeit zu entspannen und dabei erzeugen positive Stimmungen und neue Energien oft auch ein aktivierendes Gefühl der Freiheit. Denn die Klinik-Clowns fordern nichts, sondern akzeptieren den Menschen mit seinen Einschränkungen. Behinderte Menschen müssen einem Klinik-Clown nichts zeigen oder beweisen. Die Klinik-Clowns schenken freigiebig und offenherzig eine Zuwendung, Wärme und ganz viel Lachen.

-> https://www.klinikclowns.de/

Wo hab ich mich denn heute nur wieder rumgetrieben?

Die allerliebsten Grüße zum dritten Advent von eurem W.

4. Advent (22.12.2024):

Liebe Kinder, liebe Erwachsenen,

heute, am vierten Advent, hab ich meine letzte Reise angetreten. Naja zumindest die letzte Reise zu Fuß, denn in der Nacht des Heiligabends nehm ich dann doch lieber den Schlitten um rechtzeitig und pünktlich bei allen Menschen zu sein. 😉

Vier Adventssonntage, vier verschiedene Orte mit Höhen und Tiefen, ein bisschen sinnbildlich für das Leben, dass auch viel Freude und hoffentlich für Jede und Jeden viel Lachen bereithält, aber dennoch die ein oder andere Herausforderung mit sich bringt. Am ersten Advent hab ich in Mittelfranken einerseits jede Menge glitzernden Weihnachtsschmuck und andererseits schaurige Mittelalterprozesse kennengelernt. Am zweiten Advent hab ich einerseits eine etwas andere baden-württembergische „Insel“ mit vielen Doppelungen erkundet, die weder von einem See noch von einem Meer umgeben ist, mich aber andererseits aufgrund des vielen Regens in eine Wasserschlacht verwickelt hat. Am dritten Advent hat mir der Blick auf und von einem Schloss in Oberbayern ein Lächeln ins Gesicht gezaubert und andererseits die Schrecken von Krieg und Nationalsozialismus vor Augen geführt. Und heute? Heute hab ich im Rahmen der Weihnachtstour zum ersten Mal nicht nur die bayerische Staatsgrenze, sondern auch die deutsche Bundesgrenze überschritten. Zum ersten Mal? Naja nicht ganz, denn am zweiten Advent musst ich auch schonmal die Bundesrepublik verlassen um auf die „Insel“ zu kommen. 😉 Am dritten Advent liebe Freundinnen und Freunde musste ich mich unter anderem mit den Themen Krieg und Gewalt auseinandersetzen, die das Lachen so vieler Menschen verstummen lassen. Aber wer jetzt meint, dass nur in meiner Heimat am Nordpol wahre Harmonie und Eintracht herrscht, der hat sich getäuscht. Denn an so vielen Orten der Erde wird tagtäglich Einigkeit praktiziert und auch mal herzhaft gelacht. 😀 Zur Not rufst du dir einfach vor dein geistiges Auge, wie ich heute Morgen mit meinem kugelrunden Bauch und meinem knallroten Mantel von meinem Schlitten gekullert bin. 😉 Selbst Rudolph hat sich nicht mehr eingekriegt, der kleine Schlawiner. 😀 Das Lukasevangelium schreibt ja schon: „Friede auf Erden den Menschen guten Willens!“

An solch einem friedlichen, ja fast schon Ort der himmlischen Ruh war ich heute auch. Nur der Regen war wieder in Strömen zurück, aber die Höhen und Tiefen der einzelnen Reisen werden sich wohl noch bis zur Heiligen Nacht und der sich jährenden Feier zu Christi Geburt durchziehen. O wie hat Gottes Sohn wohl damals gelacht, als er in seinem kleinen Krippchen gelegen hat und die Hirten und Könige gerufen haben: „Christ, der Retter ist da!“ Hier in der Nikolauskirche wurde etwas geschaffen, dass sich bis heute musikalisch über die ganze Welt verbreitet hat und einen 03:41 Minuten langen Moment des Innehaltens erzeugt. Die inzwischen abgerissene Nikolauskirche hat es jedenfalls überlebt. 😉 Ich würde ja fast sagen, dass es bekannter ist als ich, dabei kommt in ihm kein einziges Mal das Wort „Weihnacht“ vor. Ob ich mich daher so einfach geschlagen geb, weiß ich noch nicht genau. 😛

Eine letzte Reise müssen auch all die Menschen auf Palliativstationen und in Hospizen antreten. Um in dieser Phase des Lebens eine seelische und moralische Unterstützung darzustellen versuchen die Klinik-Clowns ein Lächeln bei allen Patienten mit weit fortgeschrittenen, nicht heilbaren Erkrankungen hervorzurufen. An diesem Ort dreht sich meist alles um die Krankheit und die Verbesserung der Lebensqualität steht im Vordergrund. Für die Klinik-Clowns bleibt der Mensch als solcher auch in der letzten Phase seines Lebens im Zentrum der Aufmerksamkeit. In Momenten, die oft noch sehr von funktionalen Maßnahmen dominiert sind, bieten sie eine nicht-medizinische Hilfestellung, um die spezielle Lebenslage leichter anzunehmen. Im Kontakt mit den Patienten sollen sie Entspannung fördern und in Gesprächen zwischen Familie, Freunde und dem Patient regen sie zu Erinnerungen an. Hierbei kann Musik, gerade wenn die Kommunikationsfähigkeit eingeschränkt ist, als verbindendes Element dienen. Die Klinik-Clowns geben so echte Lebenshilfe auf ihre ganz eigene Art.

-> https://www.klinikclowns.de/

Wo hab ich mich denn heute nur wieder rumgetrieben?

Somit ist nun das vierte Rätsel bekannt und alle gesuchten Orte können gelöst werden. Ich warte nun auf eure Lösungen, damit die Weihnachtsgeschenke einen oder mehrere neue Besitzer finden. Außerdem danke ich von ganzem Herzen für alle Spenden für den Verein KlinikClowns Bayern e.V. (https://www.klinikclowns.de/). Hiermit kann noch mehr Menschen ein Lächeln auf die Lippen gezaubert werden.

Die allerliebsten Grüße zum vierten Advent von eurem Weihnachtsmann. Frohe Weihnachten!

Auflösung des Rätsels (31.12.2024):

Inzwischen wurden alle Rätsel gelöst und die Geschenke verteilt, daher möchte ich auch die (noch) Unwissenden und im Dunkeln Tappenden von ihren Rätsel-Qualen befreien. 😀 Während aller Reisen an den vier Adventssonntagen hat uns dieses Jahr der Verein KlinikClowns Bayern e.V. begleitet. Diese sind in Krankenhäusern, Pflege- und Therapieeinrichtungen unterwegs und verbreiten Freude und gute Laune bei Kindern, behinderten Menschen, Erwachsenen, Senioren und schwerkranken Menschen. Viele dieser Klienten haben aufgrund eines Schicksalsschlags oder anderer täglicher Herausforderungen wahrlich gute Gründe für Zweifel und Griesgram, aber gerade hier sind die Klinik-Clowns eine willkommene Abwechslung.

Die Reisen haben mich von Mittelfranken über den schweizerischen Kanton Schaffhausen, durch Oberbayern bis ins österreichische Bundesland Salzburg durch insgesamt drei verschiedene Länder geführt. Jeder dieser Orte ist für sich besonders und wurde aufgrund seiner ganz eigenen Geschichte in den Reiseplan aufgenommen. Für euch lag die Besonderheit wohl eher in der besonderen Leichtigkeit oder besonderen Schwierigkeit beim Rätseln. Daher der allergrößte Respekt an die kleinen und großen Dissektologen (da hab ich wohl ein neues Wort gelernt ;)) unter euch!

Auflösung des ersten Advents:

Ursprünge und Bräuche des Weihnachtsmanns, glitzernde Kugeln, hölzerner Baumschmuck und die Krippenfiguren -> Deutsches Weihnachtsmuseum Rothenburg ob der Tauber

Schaurige Folterinstrumente, Henkersmahlzeit, Fortbildungsstätte zur Darstellung von vergangenen Zeiten für Jung und Alt -> Mittelalterliches Kriminalmuseum Rothenburg ob der Tauber

Für ein paar Monate hat hier ein echter Papst gelebt -> Jorge Mario Bergoglio (Papst Franziskus) im Jahr 1986

Farblich ist der Weihnachtsmann und die Stadt voll auf einer Wellenlänge -> Rot

-> Rothenburg ob der Tauber

Auflösung des zweiten Advents:

Eine Insel der Glückseligkeit die keine normale Insel ist. Sie liegt weder im Meer noch in einem See -> Also eine Insel in einem Fluss oder ist es vielleicht gar keine Insel im klassischen Sinn?

Bei dieser „Insel“ spielt ein Fluss eine wichtige Rolle und sie ist nicht überdacht. -> Die „Insel“ liegt auf jeden Fall an oder in einem Fluss und im Freien. Und was zum Teufel machen die Anführungszeichen da?!?

Die „Insel“ kann zu Fuß, per Auto, per Bus, sogar mit dem Schiff erreicht werden, kostet keinen Eintritt und hat gefühlt alles doppelt. -> Die gesuchte „Insel“ muss ein größeres Landstück an einem Fluss, im Freien und mit allen Verkehrsmitteln erreichbar sein.

Schwaben mögen die „Inselbewohner“ gar nicht so gern, obwohl alle zum Bundesland Baden-Württemberg gehören. -> Die „Inselbewohner“ sind Badener und unsere „Insel“ liegt in Baden-Württemberg

Österreich hatte in dieser Geschichte auch seine Finger im Spiel. -> Das Territorium der gesuchten „Insel“ gehörte in der Vergangenheit zu Österreich

All die oben genannten Hinweise führen zu der deutschen Exklave Büsingen am Hochrhein. Mit Ausnahme von ein paar Ortschaften an der ehemaligen Vennbahntrasse in Nordrhein-Westfalen ist Büsingen am Hochrhein die einzige Exklave Deutschlands. Sie ist vollends vom schweizerischen Staatsgebiet umgeben und liegt am Rhein. Büsingen am Hochrhein hat zwei Postleitzahlen (eine deutsche und eine schweizerische), zwei Internet- und Telefonnetze (deutsch und schweizerisch), zwei Zahlungsmittel (Euro, da deutsches Staatsgebiet, aber faktisch wird alles in Schweizer Franken abgewickelt), die Kinder können sich nach der Grundschule für eine weiterführende Schule in Deutschland oder der Schweiz entscheiden und das Vereinswesen kann sich auch an das deutsche oder schweizerische Ligasystem (bspw. Fußball) anpassen. Büsingen am Hochrhein gehörte von 1465 bis 1805 zu österreichischem Einflussgebiet und seither zum Fürstentum Württemberg, Herzogtum Baden und bis heute zu Deutschland.

-> Büsingen am Hochrhein

Auflösung des dritten Advents:

Der kürzeste Trip -> München – Dachau: ca. 20 km

Die Stadt spielte schon im dreißigjähriger Krieg eine Rolle, denn hier wurden die französisch-schwedischen Truppen in die Flucht geschlagen -> Letzte größere Schlacht des dreißigjährigen Kriegs am 05. Oktober 1648 zwischen dem kaiserlich-bayerischen Heer und dem schwedisch-französischen Heer

Prunkvolles Wittelsbacher-Schloss aus dem 16. Jahrhundert und im jetzigen Zustand aus dem 19. Jahrhundert zu bewundern -> Schloss Dachau

Belege aus der dunkelsten Zeit unserer deutschen Geschichte -> KZ-Gedenkstätte Dachau

-> Dachau

Auflösung des vierten Advents:

Im Rahmen dieser Tour habe ich nicht nur die bayerische Staatsgrenze, sondern auch die deutsche Bundesgrenze überschritten -> Also ein Ort im Ausland ist gesucht.

Ort der himmlischen Ruh, Heilige Nacht, Christi Geburt, o wie hat Gottes Sohn gelacht, Christ der Retter ist da -> Diese ganzen Wörter und Phrasen kommen einem doch aus dem berühmtesten Weihnachtslied der Welt bekannt vor: Stille Nacht, heilige Nacht.

In der Nikolauskirche wurde etwas geschaffen, dass sich bis heute musikalisch über die ganze Welt verbreitet hat und einen 03:41 Minuten langen Moment des Innehaltens erzeugt. Es hat die inzwischen abgerissene Nikolauskirche überlebt und ist (fast) bekannter als der Weihnachtsmann. -> Das Lied Stille Nacht, heilige Nacht wurde 1816 von Joseph Mohr als Gedicht geschrieben und von Franz Xaver Gruber 1818 komponiert. Es ist 03:41 Minuten lang und wurde am 24. Dezember 1818 in der Nikolauskirche in Oberndorf bei Salzburg uraufgeführt.

Am Ort der ehemaligen Nikolauskirche steht heute die Stille-Nacht-Kapelle. In der Adventszeit findet außerdem um die Stille-Nacht-Kapelle ein Adventsmarkt statt. Am 24. Dezember findet alljährlich um 17 Uhr eine feierliche Gedächtnismesse statt, bei der das Weihnachtslied in mehreren Sprachen der Besucher gesungen und als völkerverbindendes Ereignis begangen wird. Dies wird sogar online mittels Webcam in die ganze Welt übertragen.

-> Oberndorf bei Salzburg

Damit sind alle Rätsel gelöst und die vier gesuchten Orte gefunden:

-> Rothenburg ob der Tauber

-> Büsingen am Hochrhein

-> Dachau

-> Oberndorf bei Salzburg

Ich hoffe, dass die Geschichten und beinhalteten Rätsel bei euch nicht nur Schweiß, Verzweiflung, Ärgernis und Ratlosigkeit sondern auch das ein oder andere Schmunzeln hervorgerufen haben. Vielleicht ist dem ein oder anderen auch ein Lacher über’s Gesicht gehuscht. Ich würde es euch auf jeden Fall wünschen, denn wie wir zu Beginn der diesjährigen Weihnachtsaktion gelernt haben wirkt Humor physiologisch, emotional, steigert kreatives Potential und steckt an. Lachen tut uns allen gut und hilft insbesondere Menschen, die aufgrund von Krankheiten, Behinderungen oder sonstigen körperlichen und psychischen Herausforderungen wenig zu Lachen haben. Lachen kann eine willkommene Abwechslung darstellen und einen Moment der Glückseligkeit schaffen. Daher steht über der Freude am Lösen der Rätsel und des dadurch möglicherweise erknobelten Weihnachtsgeschenks, euer Moment der Aufmerksamkeit und Beachtung, welchen ihr den Menschen geschenkt habt, die versuchen dieses Lachen an alle weiterzugeben. Somit wurden also nicht nur die vier schnellsten Rätsellöser/innen mit einem kleinen Mitbringsel beschenkt, sondern vielmehr wurde ganz viel Freude und Lachen verbreitet.

Vielen Dank für euer Interesse und all das wunderbare Lachen!